Over and out
Bericht von #28 Simona Schmucki
Am vergangenen Samstag hieß es: Alles oder nichts. Ein Sieg musste her, damit wir den Serienausgleich erneut schaffen. Ebenso war ein weiterer Sieg am Sonntag notwendig, um ins Halbfinale einzuziehen. Die Spielerinnen liefen in die Halle ein, und wow! Die Halle tobte, keine freien Plätze waren zu sehen. Alles voll, alle klatschten und waren bereit, Piranha anzufeuern, zu unterstützen, alles zu geben und zu feiern. Ein atemberaubender Moment.
Der Startpfiff erklang, und der Ball rollte – in die falsche Richtung. Nach nur 20 Sekunden lag er hinter unserer Torlinie. Schade! Ein Fehlstart. 1:0 für Zug. Nur 30 Sekunden später ein kleiner Hoffnungsschimmer: Powerplay für uns. Die fünf Besten liefen auf, ließen den Ball zirkulieren, und dann war es unsere Sofia Joelsson, die auf Pass von Luana Rensch nach kurzem Verzögern und Suchen der Torlücke den Ball gekonnt versenkte. 1:1! Ausgleich und eine neue Chance, das Spiel an uns zu reißen. Die Halle? – Euphorisch! Sie tobte und feierte den Ausgleich. Der Ball rollte gefährlich hin und her, es war nicht klar zu sagen, welches Team dominierte, doch eines war sicher: Beide wollten den Sieg, beide kämpften. Wenige Minuten später war es erneut Joelsson, die den Ball mit einer Volley-Vorlage, fast schon showmäßig, ins Netz hämmerte. 2:1! Zehn Minuten waren gespielt, dann folgte leider ein kleiner Rückschlag: Strafe für uns. Die Zugerinnen nutzten diese eiskalt aus und erzielten den Ausgleich. 2:2. Doch das Drittel war noch nicht zu Ende. Unser Duo Schweiz-Schweden brillierte erneut. Nochmals Joelsson, die auf Freischlag-Pass von Nicole Capatt den Ball per Drehschuss ins Tor versenkte. Grande! Mit einem Spielstand von 3:2 ging es in die Pause.
Die Zugerinnen ließen sich diesen Rückstand nicht gefallen und drehten auf. Nach acht Minuten erzielten sie den Anschlusstreffer. 3:3. Das Spiel blieb spannend. Extrem spannend. Die Fans? Voller Euphorie, Piranha anfeuernd. Sie wollten die Spielerinnen jubeln sehen. Einige Spielminuten später war es soweit: Noelle Weiss mit einem Schuss aus dem Bilderbuch auf Pass von Annina Faisst. Noelle zog fast von der Mittellinie ab und platzierte den Ball in die rechte untere Ecke des Zuger Tores. 4:3! In der letzten Sekunde vor Ende des zweiten Drittels kassierten wir leider eine weitere Strafe, sodass wir nach der kurzen Verschnaufpause in Unterzahl starten mussten.
Das letzte Drittel begann, und alle wussten: Wenn Piranha nicht gewann, war dies das Ende des Piranha-Fisches. Beide Teams agierten zunächst zögerlich, doch mit ihren zehn besten Spielerinnen auf dem Feld. Piranha versuchte immer wieder, mit zahlreichen Abschlüssen auf das Zuger Tor die Führung auszubauen. Das Boxplay wurde souverän überstanden. Die Halle? Sie brüllte, eskalierte, feuerte uns mit Kuhglocken und rhythmischem Klatschen an. „Hopp Piranha, hopp!“ schallte es von der ganzen Tribüne, sodass sich die Härchen auf der Haut aufstellten. Ein Gänsehautmoment! Nach acht Minuten dann der Schlag ins Gesicht: Zug traf nach einem Getümmel vor unserem Tor. 4:4 – noch 12 Minuten zu spielen. Jetzt musste alles aufs Feld: die ganze Leidenschaft, das Kämpferherz und 720 Sekunden Piranha-Power! Jede Spielerin mobilisierte ihr gesamtes Unihockey-Herz, steckte ihre Energie, Power und ihren Willen in dieses Spiel. Mit einer sechsten Feldspielerin versuchten wir immer wieder, den Führungstreffer zu erzielen. Dann! Der Genickbruch! Tor für Zug. 4:5. Noch fünf Minuten auf der Uhr! Die Zeit rannte. Die Sekunden verstrichen, und plötzlich erklang die Sirene. Tränen, die nun wahr wurden, rollten über Wangen und Gesichter. Ein tiefer Schmerz im Herzen. Der Piranha-Fisch? Aus! Die Ära war zu Ende. Und so, wie alles irgendwann endet, musste auch diese Zeit enden. Mit Tränen in den Augen und einem unbeschreiblichen Schmerz in der Brust blickten wir nun unserem Saisonende entgegen.
Danke Fäns! Danke für die Euphorie, für die Hüehnerhuutmoment, für die unglaublich Unterstützig und de unglaublichi Glaube ich das Team. Mir gsend üs im September, in Blau und mit Floorball Chur United uf de Brust und em Piranha-Fisch im Herz.
piranha chur – Zug United 4:5 (3:2, 1:1, 0:2)
Gewerbliche Berufsschule, Chur. 485 Zuschauer. SR Kink/Marty.
Tore: 1. D. Ratajova (E. Hedlund) 0:1. 3. S. Joelsson (L. Rensch) 1:1. 9. S. Joelsson 2:1. 12. M. Repková (D. Ratajova) 2:2. 13. S. Joelsson (N. Capatt) 3:2. 29. N. Rantanen (S. Müller) 3:3. 34. N. Weis (A. Faisst) 4:3. 47. E. Hedlund (D. Ratajova) 4:4. 56. S. Rüegger (N. Rantanen) 4:5.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen piranha chur. 1mal 2 Minuten gegen Zug United.